Geschichte

1959 fanden sich in Könitz – schon damals eine Handball- und noch eine Turnhochburg – sieben Sportfreunde zusammen, um die damals noch recht exotische Sportart zu betreiben. Ein Jahr später gründeten sie die damals kleinste Sektion der BSG Stahl Maxhütte. Die technischen Hilfsmittel waren bescheiden, einzige Anleitung war eine kleine, aus dem tschechischen übersetzte Broschüre. Die Begeisterung der Gründungsmitglieder Harry Leuthäuser, Günther Wagner, Ruth und Hans Drechsel, Jochen Körner, Winfried Stanek und Jürgen Todtenhöfer war aber umso größer. Der damals 12-jährige Jürgen Todtenhöfer – heute Geschäftsführer der Fa. Black Flash – ist heute noch aktiv, als Bogenreferent im Thüringer Schützenbund, Vorsitzender des Könitzer Vereins und Material-„Spezi“ in allen Sparten zu Hause.

Die ersten Erfolge des Vereins ließen nicht lange auf sich warten. Winfried Maierhofer, Winfried Stanek und Todtenhöfer wurden 1962 DDR-Jugendmeister. 1963 wurde Karl-Heinz Jauch Jugendmeister und drei Jahre später auch bei den Junioren. Den größten Coup landete aber der heutige Vereinschef: Als 19-jähriger wurde Todtenhöfer 1966 DDR-Meister der Männer und startete ein Jahr darauf in Holland bei der WM. Bis 2003 sollte das die einzige WM-Teilnahme eines Könitzers bleiben.

Anfang der 70-er Jahre mauserten sich die Könitzer zu einem der Bogensportzentren der DDR. Das war ein Verdienst vor allem von Ruth und Hans Drechsel, die damals die Geschicke des Vereins lenkten und das Augenmerk auf gute Nachwuchsarbeit legten. 1977 wurde deren Arbeit durch Gisela und Jürgen Todtenhöfer in der Sektionsleitung fortgeführt. DDR-Meistertitel u.a. von Hans-Jürgen Drechsel, Bärbel Lingner, Monika Ludwig, Otto Gläser, Renate Jäger, Bert Rissmann, Hubert Müller, Claudia Taszus, Monika Walther oder Andreas Zimmer waren der Lohn für unzählige Übungsstunden auf dem anlässlich der DDR-Meisterschaften 1975 überdachten Sportplatz.

Das sicher größte Talent der damaligen Zeit war Carmen Thalmann. 1974 und 1976 wurde Carmen als Jugendliche bzw. Juniorin bereits DDR-Meisterin der Damen. Carmen schoss Rekord auf Rekord, aber das olympische Bogenschiessen wurde in der DDR leider nicht als solches gefördert und so blieb die durchaus mögliche internationale Karriere ein Traum. Zwei Ur-Könitzer begann übrigens damals schon ihre heute noch andauernde aktive Laufbahn: Anke Meckel wurde schon 1977 DDR-Meisterin bei den Schülerinnen B, Carsten Kühn holte 1985 alle drei Meistertitel in der Juiorenklasse. In den 80er Jahren schlug sich die Nachwuchsarbeit auch in Medaillenrängen der Oberliga nieder. Todtenhöfer und Kühn bildeten zusammen mit Michael Franke und Heinz Neumann eine erfolgreiche Mannschaft.

1975, 1978 und 1985 organisierten die Könitzer mit den DDR-Meisterschaften der Damen und Herren große und aufwendige Turniere. Legendär und Thema fast jedes Vereinstreffens sind die Wettkämpfe mit den polnischen Partnervereinen Kmita Zabierzow und Masowze Teressin. Immer eine rege Tauschbörse zum gegenseitigen Vorteil (der sogenannte „Polen-Hoyt“-Bogen war hier äußerst begehrt), waren die toll besetzten Turnier in Polen zugleich Maßstab für die Leistungen und Höhepunkte im Vereinsleben. Aus dieser Zeit stammt auch der Gemeindepokal, der in diesem Jahr zum 24. Mal ausgetragen wurde und das größte FITA-Turnier im mitteldeutschen Raum ist.

Könitz war neben Berlin und Aue anerkannter Leistungsstützpunkt der Sportart geworden. 1987 begann mit Gabi Möslein eine DHfK-Absolventin ihre Arbeit als Trainerin im Verein. 1988 fand mit dem Internationalen Turnier der sozialistischen Länder das bis dahin größte Turnier in Könitz statt. Um den Teilnehmern optimale Bedingungen zu bieten, wurde mit Unterstützung vor allem der Maxhütte, der Gemeinde und hunderter freiwilliger Stunden der Vereinsmitglieder ein Sportlerheim gebaut und dem Verein zur Dauernutzung übergeben.

Vorerst als Vereinsabteilung des neugegründeten SV Stahl Unterwellenborn, ging der Verein ab 1993 als BSV Könitz eigene Wege. Im Gründungsjahr stand dem Verein mit den Deutschen Meisterschaften des Bogensportverbandes (DBSV) ein weiterer Höhepunkt ins Haus, für deren Ausrichtung der BSV die Verdienstplakette des Landessportbundes bekam. Mit dem jagdlichen Schiessen im Gelände baute sich der Verein neben dem FITA-(Sportplatz-)Schiessen ein zweite Sparte auf. Das 3-D-Turnier findet im Herbst auch schon zum 12. Mal statt. Die ganze Kraft der Vereinsmitglieder war für die Durchführung der Deutschen Hallenmeisterschaften des Schützenbundes in Bad Blankenburg im März 2001 gefragt. Ca. 40 Leute waren drei Tage lang permanent beschäftigt, um die Veranstaltung mit 400 Starter zu organisieren. Offenbar ist das ganz gut gelungen, denn 2006 wird diese Meisterschaft wieder durch den BSV in der Vierfelderhalle ausgerichtet.

Das „schwache Geschlecht“ hat – was die Erfolge angeht - den Herren des Vereins mittlerweile etwas den Rang abgelaufen. Die Mannschaft mit Anke Meckel, Gabi Möslein und Vera Todtenhöfer gehörte bundesweit zu den besten, mit Yvonne Nikolaus und Stefan Vedder wurden vielversprechende Nachwuchstalente ausgebildet. Am erfolgreichsten ist Andrea Weihe – auch eine „waschechte“ Könitzerin - in den letzten Jahren geworden. Den ersten Ranglistenturnieren der Compoundbogenschützin im Jahre 2001 folgten bald Teilnahmen an internationalen Grand Prix-Turnieren und als bisherige Höhepunkte die Weltmeisterschaft 2003 in New York und die Europameisterschaften in Brüssel 05 und Athen 07.