Gründung der BSG Stahl und ihre Entwicklung in den ersten 10 Jahren

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges und der Zerschlagung des Hitlerfaschismus wurden auch dem gesellschaftlichen Leben in unserem Kreisgebiet neue Impulse verliehen. Die ersten Schritte zum Neubeginn der sportlichen Betätigungen erfolgten durch Aktivitäten der Arbeitssportler und fortschrittlichen Kräfte der ehemaligen bürgerlichen Sportbewegung. So auch in unserem Kreisgebiet.

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Festveranstaltung zur Umbenennung als BSG "Stahl" Maxhütte 1951
Sportfreund Horst Müller, KSA, Siegfried Bagehorn, Paul Langguth, Emil Niedermanner, Werner Müller, W. Brand (KDJ), Joachim Conrad (BGL)
(von links nach rechts)

Schon am 30.09.1945 trafen sich in Kaulsdorf Sportler zu einem inoffiziellen Fußballspiel zweier Mannschaften aus Saalfeld und Goßwitz/Kaulsdorf, welches letztere mit 3:2 für sich entscheiden konnten. Im Jahre 1946 begann dann auch im Kreis Saalfeld der offizielle Sport- und Spielbetrieb auf kommunaler Ebene langsam anzulaufen. Auch in Goßwitz fanden sich eine Handvoll junger Männer zusammen, um dem geliebten Fußball nachzujagen. Diese „Dorfmannschaft“ mit den Spielern Rolf Triebel, Siegfried Bagehorn, Willi Lang, Franz Möbius, Wolfgang Becker, Kurt Völkner, Rudi Krauß und wie sie noch alle hießen wurde nach Zugang von Kurt Matz, Franz Hölzer und „Maus“ Oßwald zum Favoritenschreck im Kreisgebiet.

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Auszeichnung des verdienstvollen Sportfreundes H.Menzel durch Erich Riedeberger, Vizepräsident des DTSB

Der völlig unzulängliche Platz in Goßwitz entsprach bald nicht mehr den Anforderungen. Unter Mitwirkung der Maxhütte und der Grube Kamsdorf entstand durch Sportinteressenten der neue Zollhaus-Sportplatz. Die damals schon 55 Mitglieder starke SG Goßwitz zog um und es entstand die SG Zollhaus. Neben zwei Männer- und zwei Jugendfußballmannschaften gab es noch eine Männer- sowie eine Frauenhandballmannschaft. Eine Sektion Turnen/Gymnastik war in der Bildung. Noch war es nur auf kommunaler Basis möglich Sport zu betreiben. Mit der Bildung des Deutschen Sportausschusses am 1. Oktober wurden FDJ und FDGB Träger der neuen, einheitlichen, demokratischen Sportbewegung.

Eine besonderen gesellschaftspolitischen Höhepunkt in diesem Zeitraum bildete die Gründung der ersten Betriebssportgemeinschaft des damaligen Landes Thüringen, die Bildung der ZBSG „Karl Liebknecht“ Maxhütte am 19. Oktober 1948 mit einer Mitgliedstärke von 275 Personen und den Sektionen Fußball, Handball, sowie Turnen/Gymnastik.

Durch die Eingliederung der SG Zollhaus am 22. November 1948 und der SG Könitz am 01. September 1949 wurden alle aktiven Sportler im Einzugsraum der Maxhütte zur ZBSG der Maxhütte zusammengeschlossen. Im Rahmen der Bildung von Sportvereinigung bei den Industriegewerkschaften, mit dem Ziel, die Beziehung der BSG zu den jeweiligen Trägerbetrieben zu festigen und die Verantwortung der Gewerkschaften zu erhöhen, erfolgte die Umbenennung zur BSG „Stahl“ Maxhütte am 21. März 1951. Sie hatten damals bereits 868 Mitglieder, die nachstehenden Sektionen ihren Sport trieben:

Fußball – Handball – Kegeln – Billard – Turnen/Gymnastik – Wintersport – Schach – Leichtathletik – Faustball – Tischtennis – Boxen – Ringen – Volleyball – Motorrennsport.

Dem weiteren Erstarken unserer BSG wurde durch ein umfangreiches Bauprogramm an Sportanlagen Rechnung getragen. So entstand in diesen Jahren:

Der Sportplatz in Kamsdorf 1952
Die Kegelbahn „Friedrich-Ludwig-Jahn“ 1953
Der Rasenplatz in Unterwellenborn 1954
Die Sprungschanze in Goßwitz 1954
Die Sporthalle im Presswerk 1957
Delegiertenkonferenz der BSG 1957 im Kulturhaus. Im Präsidium haben Platz genommen: Walter Knoch, Horst Müller, Vorsitzender DTSB-Kreisvorstand, Rudi Reichert, Präsident des DTSB, Paul Bergner, Vorsitzender der BSG, Herbert Scholz (von links nach rechts)

Außerdem erfolgte eine umfangreiche Rekonstruktion der Tennisanlage auf dem Bergfried in Saalfeld im Jahre 1958. Das zunehmende Niveau auf sportlichem Gebiet zeigte sich in einer Vielzahl hervorragender Leistungen einzelner Sektionen.

Dazu gehörten:

  • der Motorenrennsport, der an die verdienstvollen Sportler Rödel/Werner in der Lizenzklasse gebunden war und mit Walter Koch einen mehrfachen DDR-Meister im Straßenrennsport und DDR-Meister im Moto-Cross 1958 hervorbrachte.
  • Die Sektionen Handball und Ringen, die bereits 1952 in die DDR-Liga aufstiegen und die Sektion Kegeln, die 1953 die gleiche Klasse erreichte.
  • Die Sektion Billard, die 1955 einen Platz in der Oberliga erkämpfte.

 

Höhepunkte der Jahre 1948 bis 1958

1948
19. Oktober 1948

  • Gründung der ZBSG „Karl Liebknecht“ des VEB Maxhütte mit den Sektionen Fußball, Handball, Kegeln und Turnen/Gymnastik. Mitgliederstärke 275
  • Eingliederung der SG „Zollhaus“ Großkamsdorf am 22.November
  • Gründungsfeier der ZBSG am 18.Dezember im Theatersaal des Werkes

1949
September

  • Vereinigung mit der SG Könitz

Oktober

  • Gründung der Sektion Billard

1950

  • Zum Deutschlandtreffen nimmt eine Sportlerdelegation der BSG an den Länderübungen teil.
  • 1. Betriebssportfest anlässlich der Einweihung des neuen Sportplatzes (Schlackeplatz) in Unterwellenborn mit Platzweihe am 05./06. August
  • Es erden 427 neue Mitglieder in die BSG aufgenommen.
  • Gründung der Sektion Boxen.
  • Die 1. Handballmannschaft wird in die Landesklasse eingestuft.
  • Die Sektion Wintersport erkämpft die ersten 5 Kreismeistertitel.

1951

  • Gründung der Sektion Tennis. Die Plätze auf dem Bergfried in Saalfeld wurden instand gesetzt.
  • Umwandlung zur ZBSG „Stahl“ Maxhütte mit den Sektionen Fußball, Handball, Kegeln, Turnen/Gymnastik, Motorrennsport, Ringen, Boxen, Leichtathletik, Faustball, Tischtennis, Billard, Schach, Wintersport und Volleyball. Gründungsfeier am 21.03. im Kultursaal des VEB Maxhütte. Bis Ende des Jahres erhöht sich die Mitgliederzahl auf 1048.
  • Die BSG erringt im Wettbewerb der SV „Stahl“ den 1. Platz und wird drittbeste BSG und SG des Landes Thüringen.
  • Kuno Rödel/Werner Koch kämpfen sich innerhalb kurzer Zeit in die Motor-Rennsport-Lizenzklasse und nehmen in der Gespannklasse eine führende Rolle ein.
  • Bei den Landesmeisterschaften der SV „Stahl“ wird die Volleyballjugend Meister des Landes Thüringen
  • Die 1. Fußballmannschaft steigt zur Bezirksliga auf.
  • die 1. Handballmannschaft und die Ringerstaffel erringen den Aufstieg zur DDR-Liga

1952

  • Gründung der Sektion Kanu
  • Einweihung des Sportplatzes Kamsdorf, der in über 2000 Arbeitsstunden der Maxhüttensportler und mit Hilfe der Maxhütte und der Grube Kamsdorf ein neues Profil erhält.
  • Die BSG führt in Pößneck ein Motorradrennen für alle Klassen um den „Silbernen Max“ durch. Werner/Diener siegen in der Gespannklasse im Kuno-Rödel-Gedächtnislauf.
  • Bei der DDR-Meisterschaft der SV „Stahl“ in Eisleben erringt in der Billard-Meisterklasse Sportfreund Niedermanner den Titel des DDR-Meisters.
  • Die Handball-Schülermannschaft belegt bei der DDR-Meisterschaft in Magdeburg den 2. Platz.

1953

  • Bau der Kegelbahn „Friedrich-Ludwig-Jahn“ in Unterwellenborn.
  • Aufstieg der Kegler zur DDR-Liga.

1954

  • Der Sportplatz in Unterwellenborn wird vom Hartplatz in einen Rasenplatz umgestaltet.
Handball Könitz Schülermannschaft wird unter Walter Schau DDR-Meister 1955

1955

  • Die Handball-Schülermannschaft wird in Dresden DDR-Meister.
  • Gründung der Sektion Radsport.
  • Bau der Sprungschanze in Goßwitz.
  • Die Billardspieler steigen zur Oberliga auf.

1956

  • Gründung der Untergruppe Könitz.
  • Am II. Turn- und Sportfest in Leipzig nehmen 103 Sportlerinnen und Sportler der BSG teil.
  • Die 1. Fußballmannschaft steigt wieder zur Bezirksklasse auf.

1957

  • Errichtung einer Sporthalle im Presswerk der Maxhütte
  • Bau des 1. Bootshauses am Stausee im Alter
  • Gründung der Sektion Federball.


1958

  • Aufbau der Untergruppen Gorndorf, Goßwitz und Kamsdorf.
  • Komplette Rekonstruktion der Tennisanlage mit Neubau des 3. Platzes.
  • Der mehrmalige DDR-Meister im Motor-Straßenrennsport der 350er-Klasse, Walter Knoch, wird DDR-Meister im Moto-Cross.