Jahre des Umbruches und der Neuorientierung

Diese Etappe war gekennzeichnet durch eine ganze Reihe einschneidender Veränderungen im politischen Leben, die natürlich auch ihre Auswirkungen auf sportlichem Gebiet hatten. Begann dieser Abschnitt noch mit neuen Aktivitäten in Vorbereitung auf den 40. Jahrestag der DDR, so stellten sich nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten mit der Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik Deutschland auch neue Richtlinien für die sportliche Betätigung. Die Zeit der Betriebssportgemeinschaften war vorbei und es galt sich sehr schnell auf die Bedingungen eines Vereinslebens einzustellen. Laut Vereinigungsgesetzt hatte sich jede Sportgemeinschaft in der Zeit vom 28.Februar bis 20.August 1990 als e.V. in das Vereinsregister beim Kreisgericht eintragen zu lassen, wenn die Sportgemeinschaft als juristische Person weiter existieren wollte.
Am 31.Juli 1990 wurde deshalb in Unterwellenborn der SV-Stahl Unterwellenborn e.V. als Rechtsnachfolger der BSG Stahl Maxhütte gegründet. Es war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass eine Neustrukturierung des Vereines zwingend erforderlich ist. Ein Verein mit 1705 Mitgliedern in 19 Sektionen und 4 Allgemeinen Sportgruppen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in ehrenamtlicher Arbeit zu führen. Da zunehmend das Problem der Eigenfinanzierung stand, musste schon sehr bald die Frage beantwortet werden, mit wie viel Abteilungen der neue Verein weiter arbeiten kann.
Den ersten Schritt zur Selbständigkeit machte die Sektion Schwimmen unmittelbar vor der Gründungsversammlung unseres Vereins. Noch im gleichen Jahr folgte die Sektion Boxen. Weitere Sektionen taten diesen Schritt in den Jahren 1992/93, so dass sich die Anzahl der Abteilungen auf sechs reduzierte. Dies sind die Abteilungen Fußball, Handball/Gorndorf, Kegeln, Turnen/Gorndorf, Tischtennis und die Allgemeine Sportgruppe in Unterwellenborn. Nachdem im Jahre 1992 die Metallurgische Linie in der Maxhütte GmbH stillgelegt wurde und damit auch dieser Trägerbetrieb weg brach, musste verstärkt die Suche nach neuen Sponsoren aufgenommen werden. Die Übernahme der kombinierten Formstahlstraße der Maxhütte 1992 durch die ARBED und der Bau des Elektrostahlwerkes auf dem ehemaligen Territorium der Maxhütte führte zur Gründung des Stahlwerkes Thüringen. Die Leitung des Unternehmens zeigte sich gegenüber dem Sport und insbesondere unserem Verein sehr aufgeschlossen und wurde in den folgenden Jahren zum wichtigsten Faktor in der Vereinsentwicklung. Es gelang die Geschäftsführer des Stahlwerkes Thüringen in die Vorstandsarbeit einzubeziehen. Seit 1993 wurden sie bei den Vereinswahlen als Mitglieder des Vorstandes gewählt und als Vorsitzende bestätigt. Mit Hilfe der Stahlwerk Thüringen GmbH und durch Initiativen unserer Sportlerinnen und Sportler konnten weitere Sponsoren gewonnen werden, so dass der Verein auf einer gesicherten finanziellen Basis daran gehen konnte seinen Mitgliederstand nach Abgang der vielen Abteilungen langsam wieder zu erhöhen. In den Abteilungen festigten sich die Strukturen, die eigenständige Arbeit auf sportlichem und finanziellem Gebiet verbesserte sich zunehmend.
Immer mehr Beachtung wurde dem Freizeitsport gegeben und alte Traditionen angeknüpft. Ab dem Jahr 1996 wurden jährlich zwei Volkswandertage organisiert und ab dem gleichen Jahr wird ebenfalls ein Kindersportfest gemeinsam mit dem Verein Regenbogen-Lebenshilfe Gorndorf auf dem Sportplatz in Unterwellenborn gefeiert. Bauliche Veränderungen konzentrierten sich in dieser Periode auf die Kegelbahn und die Anlagen am Sportplatz Unterwellenborn. Die verfügbaren Mittel mussten gezielt und konzentriert eingesetzt werden und der Einsatz der Sportler beim Umbau und der Erhaltung dieser Anlagen bekam neue Dimensionen. Dank der großzügigen Unterstützung unseres Hauptsponsors, des Stahlwerkes Thüringen, konnte die Kegelbahn umfassend rekonstruiert und auf Kunststoffbelag umgebaut werden. Auch das Gesicht der Außenanlagen der Sportstätte am Gelängeweg hat sich verändert. So wurden u.a. der Innenhof gepflastert und beide Sportplätze erhielten eine neue Umzäunung. Dafür ist der Gemeinde Unterwellenborn zu danken.

Höhepunkte und Ereignisse der Jahre 1989 bis 1998

1989

  • Die Bogenschützen erkämpften bei den DDR-Meisterschaften drei Einzel- und vier Vizemeistertitel.
  • Bei den Damen wird der 2. Platz und bei den Herren der 5. Platz in der Oberliga errungen.
  • Bei den Fußballern werden die Junioren Kreismeister und steigen in die Bezirksliga auf. Die Jugend und die Schüler qualifizieren sich ebenfalls für die Bezirksliga. Die Knaben werden Kreismeister, Kreispokalsieger und Hallenmeister und steigen ebenfalls in die Bezirksliga auf.
  • Die Schwimmer sind mit 5 Sportfreunden Teilnehmer der DDR-Spartakiade.
  • Die Sektion Handball Könitz wird „vorbildliche Sektion im DHV der DDR“.
  • Die Boxer holen bei der Spartakiade 1 mal Gold und 2 mal Silber.
  • Die Sektion Schach beteiligt sich am Wettkampf mit 2 Männer-, 1 Jugend- und 2 Knabenmannschaften.
  • Die Männer von der Sektion Handball/Gorndorf laden gemeinsam mit den Frauen von Lok Saalfeld zum Turnier um den „Feengrottenpokal“ ein und eröffnen damit eine zukünftige Traditionsveranstaltung.
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10 Jahre Schwimmhalle, Schwimmer beim Training

1990

  • Am 31.07.1990 wurde in Unterwellenborn der SV-Stahl Unterwellenborn e.V. als Rechtsnachfolger der BSG Stahl Maxhütte gegründet.
  • Die Sektion Schwimmen scheidet am 30.07. aus dem Verein aus und gründet einen eigenen Verein.
  • Die Sektion Boxen folgt diesem Schritt am 12.09.1990.
  • Die Frauen der Abteilung Kegeln gewinnen den Wanderpokal des Bezirksverbandes Gera.

1991

  • Die Abteilung Fußball delegiert einen B-Jugendlichen in die Landesauswahl. Ein Nutzungsvertrag für das Sportlerheim wird am 05.09.1991 abgeschlossen, neun Mannschaften stehen im Wettkampfbetrieb.
  • Die Bogenschützen erringen einen Deutschen Meister und einen Vizemeister im Einzelschießen. Die Damen werden Vizemeister im Mannschaftsschießen. Dazu kommen noch acht Thüringer Landesmeister- und sieben Vizemeistertitel.
  • Die Kanuten erzielen neun Landesmeister- und sechs Vizelandesmeistertitel.
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  • Die Gorndorfer Handballer nehmen den regelmäßigen Turnierspielbetrieb mit dem TSV Beiersdorf/Coburg und dem SV Bohlheim 1900 auf.

1992

  • Die Baumaßnahmen an der Kegelbahn beginnen mit dem Ersatz der verschlissenen Aufstellautomatik durch eine Moderne der Kegelbaufirma Funk. Das Dach der Kegelbahn erhält eine neue Schicht Dachpappe und in allen Räumen wird eine Zwischendecke eingezogen. Das Material wird aus Abrissobjekten des Maxhüttenbetriebes gewonnen.
  • Die Abteilung Tennis scheidet am 15.07. aus und gründet den 1.TC Saalfeld.
  • Die Abteilung Wintersport scheidet am 24.11. aus dem Verein aus.
  • Die Abteilung Bogenschießen scheidet am 07.12. aus dem Verein aus und gründet in Könitz einen eigenen Verein.

1993

  • Die Fußballer des am 09.11.1990 gegründeten Dorfclubs bestreiten als 3.Männermannschaft Punktspiele in der 2.Kreisklasse.
  • Der Anlaufbereich der Kegelbahn wird umgebaut, die Stützmauer an der Nordseite der Kegelbahn wird saniert.
  • Sie Abteilung Radsport wird wegen nichtsatzungsgemäßen Verhalten aus dem Verein ausgeschlossen.
  • In diesem Jahr scheiden weiter die Abteilungen Schalmeien am 28.04., die Abteilung Handball Könitz am 19.05. und die Abteilung Turnen Könitz am 06.10. aus dem Verein aus.
  • Die Handballer von Gorndorf spielen in der Bezirksliga.

1994

  • Nach dem weiteren Ausscheiden der Abteilungen Schach, Kanu und des Wanderverbandes besteht der Verein noch aus 6 Abteilungen (Fußball, Handball/Gorndorf, Kegeln, Tischtennis, Turnen/Gorndorf und der ASG Unterwellenborn).
  • Die Fußball E-Junioren werden Ostthüringenmeister und belegen den 3.Platz in der Landesmeisterschaft.
  • Die Gorndorfer Handballer werden im Zuge der Neuordnung des Spielsystems in Thüringen auf Grund der Ergebnisse des Jahres 1993/94 in die Verbandsliga eingestuft und spielen damit in der zweithöchsten Spielklasse des Landes Thüringen.
  • Im Kegeln gewinnen die Männer den Kreispokal und nach fast 10-jähriger Pause wird eine Jugendmannschaft neu aufgebaut.

1995

  • Die Fußballer erkämpfen den Aufstieg in die Bezirksliga.
  • Die Handballer sind mit zwei Männer- und drei Nachwuchsmannschaften im Wettspielbetrieb.

1996

  • Die C-Junioren der Fußballer werden Vizemeister von Ostthüringen.
  • Die Gorndorfer Handballer erkämpfen in der Verbandsliga den 6.Platz von 12 Mannschaften in der Staffel.
  • Auf der Kegelbahn wird der Abwasserabfluss neu verlegt und saniert. Die Heizung wird auf Elektroenergiebasis umgestellt und die gesamte alte Heizungsanlage in Eigenleistung demontiert.
  • Ab diesem Jahr organisiert der Verein jährlich zwei Volkswandertage und feiert gemeinsam mit dem Verein Regenbogen-Lebenshilfe Gorndorf ein Kindersportfest auf dem Sportplatz in Unterwellenborn.
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Neuer Vorstand und Ausgezeichnete nach der Wahlversammlung am 24.05.1996

1997

  • Die 3.Männermannschaft der Fußballer steigt in die 1. Kreisklasse auf. Die alte Herren-Mannschaft nimmt an der Vorrunde zum Deutschland-Hallen-Masters für Freizeit- und Hobbymannschaften in Aschaffenburg teil und qualifiziert sich für die Endrunde.
  • Die Jugendmannschaft der Kegler spiel in der Kreisjugendliga und wird Vizekreismeister.
  • Die Kegelbahn wird umfassend rekonstruiert. Es erfolgt der Umbau auf Kunststoffbelag, eine neue Eingangstür und neue Fenster werden eingebaut. Nicht benötigte Fenster werden zugemauert, in allen Räumen wird eine Deckenisolierung eingebaut und die Südwand der Bahn wird freigelegt und saniert, um den Nässestau zu beseitigen.

1998

  • Der 50.Jahrestag des Sportvereins Stahl wird vorbereitet und eine Reihe von Sportveranstaltungen werden diesem Ereignis unterstellt.
  • Im Kegeln belegt die Jugendmannschaft den 3.Platz in der Kreisjugendliga.